Online nachhaltig aufgestellt

Interview mit Timo Brümmer, Mitglied des Arbeitskreises Nachhaltigkeit bei Piepenbrock.

Warum hat Piepenbrock im vergangenen Jahr ein Nachhaltigkeitsportal online gestellt?
Brümmer: Bereits als wir im Mai 2011 unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht auf Papier veröffentlichten, entstand die Idee, alle zwei Jahre einen neuen zu erstellen. Das Problem ist jedoch, dass die Umsetzung mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Zwischen dem Redaktionsschluss und der gedruckten Fassung vergeht im Minimum ein halbes Jahr. Weil viele Inhalte beim Erscheinen bereits überholt und aktuelle Informationen gar nicht enthalten sind, haben wir entschieden, das Prozedere umzustellen. Es fiel der Entschluss, den Bericht als Onlineversion aufzubauen. So können wir alle Daten, die wir während des Jahres erhalten, direkt aktualisieren.
 
Wie sind sie vorgegangen, sobald die Idee Konturen angenommen hatte?

Brümmer: Wir mussten erstmal alles mit der Geschäftsführung abklären. Es gibt ja noch viele weitere Argumente für diese Form der Veröffentlichung, wie etwa Transparenz. Hinzu kommt natürlich der wirtschaftliche Aspekt, der untrennbar zur Nachhaltigkeit gehört. Der erste Bericht hatte hohe Kosten verursacht, an die das Portal auch nach langer Laufzeit nicht herankäme. Die Geschäftsführung war mit unseren Plänen also einverstanden.
 
Woher beziehen Sie die Informationen für das Nachhaltigkeitsportal?

Brümmer: Sowohl das Portal als auch der Bericht setzen sich aus Informationen vieler unterschiedlicher Unternehmensbereiche zusammen. Unser Vorteil ist, dass wir für den ersten Bericht bereits viel Grundlagenarbeit geleistet hatten, sodass Struktur und Gliederung eigentlich schon vorlagen. Wir haben die Themen anschließend sinnvoll gegliedert. Das spiegelt sich jetzt in der Navigation wider. Am schwierigsten ist es, alle Informationen einzuholen.
 
Wie sind Sie dafür vorgegangen?
Brümmer: Über sehr viel Recherche! Wir haben gleichzeitig versucht, das Portal trotz der Menge an Informationen übersichtlich und intuitiv zu halten. Der Leser sollte nicht mit Informationen erschlagen werden. Dafür haben wir verschiedene Visualisierungs- und Strukturierungslösungen erarbeitet. So lassen sich zum Beispiel Inhalte an einigen Stellen eindeutig den Tochterunternehmen in der Industrie zuordnen, weil sie mit deren Logos gekennzeichnet sind. Wenn man das Portal jetzt mit anderen Websites vergleicht, dann merkt man relativ schnell, dass es von der Machart her wie ein Berichtswesen aufgebaut ist. Das ist durchaus so gewollt.
 
Nach welchen Kriterien gehen wir bei den Inhalten auf der Webseite vor?
Brümmer: Wie beim ersten Nachhaltigkeitsbericht auch orientieren sich die Informationen an den international festgelegten Berichterstattungsstandards der „Global Reporting Initiative“. Darüber hinaus haben wir viele Aspekte aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales eingebracht, die unsere Kunden, Mitarbeiter oder auch andere Externe zusätzlich interessieren könnten.
 
Inwiefern erfüllen Sie bereits die Kriterien, die im Jahr 2014 von der EU für die Nachhaltigkeitsberichterstattung vorgegeben wurden?

Brümmer: Die EU-Richtlinie ist noch nicht ins letzte Detail ausgearbeitet. Mit dem Nachhaltigkeitsportal erfüllen wir aber bereits heute die Voraussetzungen, falls es für uns einmal akut werden sollte und wir zu einer Berichterstattung verpflichtet werden.
 
Wie fiel das Feedback zum Online-Portal bislang aus?
Sehr positiv! Wir haben beispielsweise gehört, dass unser Angebotsmanagement die Informationen sehr gut nutzen kann. Das liegt daran, dass sie häufig Fragen zu einem spezifischen Themenbereich beantworten müssen. Was macht Piepenbrock zum Beispiel im Bereich Soziales? Nun dient das Portal als interne Wissensquelle für unsere Kollegen. Ansonsten hat es viele gefreut, dass das Layout sehr modern gestaltet ist. Wir haben auf „Responsive Design“ geachtet, sodass man die Seiten mit allen Endgeräten optimal anzeigen kann. Außerdem ist es von der ganzen Machart sehr übersichtlich und klar gegliedert. Man findet ohne große Umwege ans Ziel. Besonders erfreulich war hier das Lob von unseren Kunden. Es zeigt, dass sich die Arbeit gelohnt hat und die Inhalte wahrgenommen werden.
 
Hilft die Nachhaltigkeitsberichterstattung also konkret bei der Kundenpflege und der Auftragsakquise?

Brümmer: Nachhaltigkeit ist vor allem da relevant, wo Kunden selbst stark in das Thema involviert sind. Das Portal nutzen unsere Key Account Manager auf ihren Tablets und können unseren Ansprechpartnern Fragen direkt interaktiv mithilfe des Portals beantworten. Als klassische Alternative gibt es eine Kurzbroschüre mit den wichtigsten Eckpunkten zu unserem nachhaltigen Engagement. Es handelt sich quasi um eine Kurzversion des Portals.
 
Wenn Sie einen Wunsch für die Entwicklung und den Umgang mit dem Nachhaltigkeitsportal frei hätten…
Brümmer: … wäre es schön, wenn wir weiterhin auf wachsende Akzeptanz stoßen würden und uns zurückgespiegelt würde, dass alle einen Nutzwert davon haben. Das gilt sowohl für unsere Kollegen als für die Kunden, die uns mitteilen, dass sie etwas auf dem Portal erfahren haben, was sie vorher so nicht wussten.
 
Weitere Infos finden Sie unter: http://nachhaltigkeit.piepenbrock.de/